Das FreeBSD-Handbuch

The FreeBSD German Documentation Project

            
          

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FreeBSD ist ein eingetragenes Warenzeichen der FreeBSD Foundation.

3Com und HomeConnect sind eingetragene Warenzeichen der 3Com Corporation.

3ware und Escalade sind eingetragene Warenzeichen von 3ware Inc.

ARM ist ein eingetragenes Warenzeichen von ARM Limited.

Adaptec ist ein eingetragenes Warenzeichen von Adaptec, Inc.

Adobe, Acrobat, Acrobat Reader und PostScript sind entweder eingetragene Warenzeichen oder Warenzeichen von Adobe Systems Incorporated in den Vereinigten Staaten und/oder in anderen Ländern.

Apple, FireWire, Mac, Macintosh, Mac OS, Quicktime und TrueType sind eingetragene Warenzeichen von Apple Computer, Inc., in den Vereinigten Staaten und anderen Ländern.

Corel und WordPerfect sind Warenzeichen oder eingetragene Warenzeichen der Corel Corporation und/oder ihren Gesellschaften in den Vereinigten Staaten und/oder anderen Ländern.

Sound Blaster ist ein Warenzeichen von Creative Technology Ltd. in den Vereinigten Staaten und/oder in anderen Ländern.

CVSup ist ein eingetragenes Warenzeichen von John D. Polstra.

Heidelberg, Helvetica, Palatino und Times Roman sind Marken der Heidelberger Druckmaschinen AG in Deutschland und anderen Ländern.

IBM, AIX, EtherJet, Netfinity, OS/2, PowerPC, PS/2, S/390 und ThinPad sind Warenzeichen der International Business Machines Corporation in den Vereinigten Staaten, anderen Ländern oder beiden.

IEEE, POSIX und 802 sind eingetragene Warenzeichen vom Institute of Electrical and Electronics Engineers, Inc. in den Vereinigten Staaten.

Intel, Celeron, EtherExpress, i386, i486, Itanium, Pentium und Xeon sind Warenzeichen oder eingetragene Warenzeichen der Intel Corporation oder ihrer Gesellschaften in den Vereinigten Staaten und in anderen Ländern.

Intuit und Quicken sind eingetragene Warenzeichen und/oder Dienstleistungsmarken von Intuit Inc. oder einer ihrer Geselllschaften in den Vereinigten Staaten und in anderen Ländern.

Linux ist ein eingetragenes Warenzeichen von Linus Torvalds.

LSI Logic, AcceleRAID, eXtremeRAID, MegaRAID und Mylex sind Warenzeichen oder eingetragene Warenzeichen der LSI Logic Corp.

M-Systems und DiskOnChip sind Warenzeichen oder eingetragene Warenzeichen von M-Systems Flash Disk Pioneers, Ltd.

Macromedia, Flash und Shockwave sind Warenzeichen oder eingetragene Warenzeichen von Macromedia, Inc. in den Vereinigten Staaten und/oder in anderen Ländern.

Microsoft, MS-DOS, Outlook, Windows, Windows Media und Windows NT sind entweder eingetragene Warenzeichen oder Warenzeichen der Microsoft Corporation in den Vereinigten Staaten und/oder in anderen Ländern.

Netscape und Netscape Navigator sind eingetragene Warenzeichen der Netscape Communications Corporation in den Vereinigten Staaten und in anderen Ländern.

GateD und NextHop sind eingetragene Warenzeichen und Warenzeichen von NextHop in den Vereinigten Staaten und in anderen Ländern.

Motif, OSF/1 und UNIX sind eingetragene Warenzeichen und IT DialTone und The Open Group sind Warenzeichen der The Open Group in den Vereinigten Staaten und in anderen Ländern.

Oracle ist ein eingetragenes Warenzeichen der Oracle Corporation.

PowerQuest und PartitionMagic sind eingetragene Warenzeichender PowerQuest Corporation in den Vereinigten Staaten und/oder anderen Ländern.

RealNetworks, RealPlayer und RealAudio sind eingetragene Warenzeichen von RealNetworks, Inc.

Red Hat, RPM, sind Warenzeichen oder eingetragene Warenzeichen von Red Hat, Inc. in den Vereinigten Staaten und in anderen Ländern.

SAP, R/3 und mySAP sind Warenzeichen oder eingetragene Warenzeichen der SAP AG in Deutschland und in anderen Ländern der Welt.

Sun, Sun Microsystems, Java, Java Virtual Machine, JavaServer Pages, JDK, JSP, JVM, Netra, Solaris, StarOffice, Sun Blade, Sun Enterprise, Sun Fire, SunOS und Ultra sind Warenzeichen oder eingetragene Warenzeichen von Sun Microsystems, Inc. in den Vereinigten Staaten und in anderen Ländern.

Symantec und Ghost sind eingetragene Warenzeichen der Symantec Corporation in den Vereinigten Staaten und in anderen Ländern.

MATLAB ist ein eingetragenes Warenzeichen von The MathWorks, Inc.

SpeedTouch ist ein Warenzeichen von Thomson

U.S. Robotics und Sportster sind eingetragene Warenzeichen der U.S. Robotics Corporation.

VMware ist ein Warenzeichen von VMware, Inc

Waterloo Maple und Maple sind Warenzeichen oder eingetragene Warenzeichen von Waterloo Maple Inc.

Mathematica ist ein eingetragenes Warenzeichen von Wolfram Research, Inc.

XFree86 ist ein Warenzeichen von The XFree86 Project, Inc.

Ogg Vorbis und Xiph.Org sind Warenzeichen von Xiph.Org.

Viele Produktbezeichnungen von Herstellern und Verkäufern sind Warenzeichen. Soweit dem FreeBSD Project das Warenzeichen bekannt ist, werden die in diesem Dokument vorkommenden Bezeichnungen mit dem Symbol “™” oder dem Symbol “®” gekennzeichnet.


Inhaltsverzeichnis
Vorwort
I. Erste Schritte
1. Einführung
1.1. Übersicht
1.2. Willkommen bei FreeBSD!
1.3. Das FreeBSD Project
2. FreeBSD installieren
2.1. Übersicht
2.2. Hardware-Anforderungen
2.3. Vor der Installation
2.4. Die Installation starten
2.5. Das Werkzeug sysinstall
2.6. Plattenplatz für FreeBSD bereitstellen
2.7. Den Installationsumfang bestimmen
2.8. Das Installationsmedium auswählen
2.9. Die Installation festschreiben
2.10. Arbeiten nach der Installation
2.11. Fehlersuche
2.12. Anspruchsvollere Installationen
2.13. Eigene Installationsmedien herstellen
3. Grundlagen des UNIX Betriebssystems
3.1. Übersicht
3.2. Virtuelle Konsolen und Terminals
3.3. Zugriffsrechte
3.4. Verzeichnis-Strukturen
3.5. Festplatten, Slices und Partitionen
3.6. Anhängen und Abhängen von Dateisystemen
3.7. Prozesse
3.8. Dämonen, Signale und Stoppen von Prozessen
3.9. Shells
3.10. Text-Editoren
3.11. Geräte und Gerätedateien
3.12. Binärformate
3.13. Weitere Informationen
4. Installieren von Anwendungen: Pakete und Ports
4.1. Übersicht
4.2. Installation von Software
4.3. Suchen einer Anwendung
4.4. Benutzen des Paketsystems
4.5. Benutzen der Ports-Sammlung
4.6. Nach der Installation
4.7. Kaputte Ports
5. Das X-Window-System
5.1. Übersicht
5.2. X-Grundlagen
5.3. X11 installieren
5.4. X11 konfigurieren
5.5. Schriftarten in X11 benutzen
5.6. Der X-Display-Manager
5.7. Grafische Oberflächen
II. Oft benutzte Funktionen
6. Desktop-Anwendungen
6.1. Übersicht
6.2. Browser
6.3. Büroanwendungen
6.4. Anzeigen von Dokumenten
6.5. Finanzsoftware
6.6. Zusammenfassung
7. Multimedia
7.1. Übersicht
7.2. Soundkarten einrichten
7.3. MP3-Audio
7.4. Videos wiedergeben
7.5. TV-Karten einrichten
7.6. Scanner
8. Konfiguration des FreeBSD-Kernels
8.1. Übersicht
8.2. Wieso einen eigenen Kernel bauen?
8.3. Informationen über die vorhandene Hardware beschaffen
8.4. Erstellen und Installation eines angepassten Kernels
8.5. Die Kernelkonfigurationsdatei
8.6. Wenn etwas schiefgeht
9. Drucken
9.1. Übersicht
9.2. Einführung
9.3. Grund-Konfiguration
9.4. Erweiterte Drucker-Konfiguration
9.5. Drucker verwenden
9.6. Alternativen zum LPD-Drucksystem
9.7. Problembehandlung
10. Linux-Binärkompatibilität
10.1. Übersicht
10.2. Installation
10.3. Mathematica® installieren
10.4. Maple™ installieren
10.5. MATLAB® installieren
10.6. Oracle® installieren
10.7. SAP® R/3® installieren
10.8. Weiterführende Themen
III. Systemadministration
11. Konfiguration und Tuning
11.1. Übersicht
11.2. Vorbereitende Konfiguration
11.3. Basiskonfiguration
11.4. Konfiguration von Anwendungen
11.5. Start von Diensten
11.6. Programme mit cron starten
11.7. Das rc-System für Systemdienste
11.8. Einrichten von Netzwerkkarten
11.9. Virtual Hosts
11.10. Konfigurationsdateien
11.11. Einstellungen mit sysctl
11.12. Tuning von Laufwerken
11.13. Einstellungen von Kernel Limits
11.14. Hinzufügen von Swap-Bereichen
11.15. Energie- und Ressourcenverwaltung
11.16. ACPI-Fehlersuche
12. FreeBSDs Bootvorgang
12.1. Übersicht
12.2. Das Problem des Bootens
12.3. Boot-Manager und Boot-Phasen
12.4. Kernel Interaktion während des Bootprozesses
12.5. Konfiguration von Geräten
12.6. Init: Initialisierung der Prozess-Kontrolle
12.7. Der Shutdown-Vorgang
13. Benutzer und grundlegende Account-Verwaltung
13.1. Übersicht
13.2. Einführung
13.3. Der Superuser-Account
13.4. System-Accounts
13.5. Benutzer-Accounts
13.6. Accounts verändern
13.7. Benutzer einschränken
13.8. Gruppen
14. Sicherheit
14.1. Übersicht
14.2. Einführung
14.3. Absichern von FreeBSD
14.4. DES, Blowfish, MD5, und Crypt
14.5. Einmalpasswörter
14.6. TCP-Wrapper
14.7. KerberosIV
14.8. Kerberos5
14.9. OpenSSL
14.10. VPNs mit IPsec
14.11. OpenSSH
14.12. Zugriffskontrolllisten für Dateisysteme
14.13. Sicherheitsprobleme in Software Dritter überwachen
14.14. FreeBSD Sicherheitshinweise
14.15. Prozess-Überwachung
15. Jails
15.1. Übersicht
15.2. Jails - Definitionen
15.3. Einführung
15.4. Einrichtung und Verwaltung von Jails
15.5. Feinabstimmung und Administration
15.6. Anwendung von Jails
16. Mandatory Access Control (noch nicht übersetzt)
17. Security Event Auditing
17.1. Einleitung
17.2. Schlüsselbegriffe
17.3. Installation der Audit-Unterstützung
17.4. Die Konfiguration des Audit
17.5. Administration des Audit-Subsystems
18. Speichermedien
18.1. Übersicht
18.2. Gerätenamen
18.3. Hinzufügen von Laufwerken
18.4. RAID
18.5. USB Speichermedien
18.6. CDs benutzen
18.7. DVDs benutzen
18.8. Disketten benutzen
18.9. Bandmedien benutzen
18.10. Was ist mit Backups auf Disketten?
18.11. Backup-Strategien
18.12. Datensicherung
18.13. Netzwerk-, speicher- und dateibasierte Dateisysteme
18.14. Schnappschüsse von Dateisystemen
18.15. Dateisystem-Quotas
18.16. Partitionen verschlüsseln
18.17. Den Auslagerungsspeicher verschlüsseln
19. GEOM - Modular Disk Transformation Framework (noch nicht übersetzt)
20. File Systems Support (noch nicht übersetzt)
21. Der Vinum Volume Manager
21.1. Übersicht
21.2. Ihre Platten sind zu klein.
21.3. Mögliche Engpässe
21.4. Datenintegrität
21.5. Vinum-Objekte
21.6. Einige Beispiele
21.7. Objektbenennung
21.8. Vinum konfigurieren
21.9. Vinum für das Root-Dateisystem benutzen
22. Virtualisierung
22.1. Übersicht
22.2. FreeBSD als Gast-Betriebssystem
22.3. FreeBSD als Host-Betriebssystem
23. Lokalisierung - I18N/L10N einrichten und benutzen
23.1. Übersicht
23.2. Grundlagen
23.3. Lokale Anpassungen benutzen
23.4. I18N-Programme übersetzen
23.5. Lokalisierung für einzelne Sprachen
24. Das Neueste und Beste
24.1. Übersicht
24.2. FreeBSD-CURRENT vs. FreeBSD-STABLE
24.3. Synchronisation der Quellen
24.4. Das komplette Basissystem neu bauen
24.5. Installation mehrerer Maschinen
25. DTrace (noch nicht übersetzt)
IV. Netzwerke
26. Updating FreeBSD (noch nicht übersetzt)
27. Serielle Datenübertragung
27.1. Übersicht
27.2. Einführung
27.3. Terminals
27.4. Einwählverbindungen
27.5. Verbindungen nach Außen
27.6. Einrichten der seriellen Konsole
28. PPP und SLIP
28.1. Übersicht
28.2. User-PPP
28.3. Kernel-PPP
28.4. Probleme bei PPP-Verbindungen
28.5. PPP over Ethernet (PPPoE)
28.6. PPP over ATM (PPPoA)
28.7. SLIP
29. Elektronische Post (E-Mail)
29.1. Terminologie
29.2. Übersicht
29.3. Elektronische Post benutzen
29.4. sendmail-Konfiguration
29.5. Wechseln des Mailübertragungs-Agenten
29.6. Fehlerbehebung
29.7. Weiterführende Themen
29.8. SMTP über UUCP
29.9. Ausgehende E-Mail über einen Relay versenden
29.10. E-Mail über Einwahl-Verbindungen
29.11. SMTP-Authentifizierung
29.12. E-Mail-Programme
29.13. E-Mails mit fetchmail abholen
29.14. E-Mails mit procmail filtern
30. Netzwerkserver
30.1. Übersicht
30.2. Der inetd “Super-Server”
30.3. NFS - Network File System
30.4. NIS/YP - Network Information Service
30.5. Automatische Netzwerkkonfiguration mit DHCP
30.6. DNS - Domain Name Service
30.7. Der Apache HTTP-Server
30.8. FTP - File Transfer Protocol
30.9. Mit Samba einen Datei- und Druckserver für Microsoft Windows-Clients einrichten
30.10. Die Uhrzeit mit NTP synchronisieren
31. Firewalls
31.1. Einführung
31.2. Firewallkonzepte
31.3. Firewallpakete
31.4. Paket Filter (PF) von OpenBSD und ALTQ
31.5. Die IPFILTER-Firewall (IPF)
31.6. IPFW
32. Weiterführende Netzwerkthemen
32.1. Übersicht
32.2. Gateways und Routen
32.3. Drahtlose Netzwerke
32.4. Bluetooth
32.5. LAN-Kopplung mit einer Bridge
32.6. Link Aggregation and Failover
32.7. Start und Betrieb von FreeBSD über ein Netzwerk
32.8. ISDN - diensteintegrierendes digitales Netzwerk
32.9. NAT - Network Address Translation
32.10. PLIP - Parallel Line IP
32.11. IPv6 - Internet Protocol Version 6
32.12. ATM - Asynchronous Transfer Mode
32.13. CARP - Common Access Redundancy Protocol
V. Anhang
A. Bezugsquellen für FreeBSD
A.1. CD-ROM und DVD Verleger
A.2. FTP-Server
A.3. Anonymous CVS
A.4. CTM
A.5. Benutzen von CVSup
A.6. CVS-Tags
A.7. AFS-Server
A.8. rsync-Server
B. Bibliografie
B.1. Bücher und Magazine speziell für FreeBSD
B.2. Handbücher
B.3. Administrations-Anleitungen
B.4. Programmierhandbücher
B.5. Betriebssystem-Interna
B.6. Sicherheits-Anleitung
B.7. Hardware-Anleitung
B.8. UNIX® Geschichte
B.9. Magazine und Journale
C. Ressourcen im Internet
C.1. Mailinglisten
C.2. Usenet-News
C.3. World Wide Web Server
C.4. E-Mail Adressen
C.5. Shell Accounts
D. PGP Schlüssel
D.1. Ansprechpartner
D.2. Mitglieder des Core Teams
D.3. Entwickler
FreeBSD Glossar
Stichwortverzeichnis
Kolophon
Tabellenverzeichnis
2-1. Gerätekonfiguration
2-2. Partitionen auf dem ersten Laufwerk
2-3. Partitionen auf weiteren Laufwerken
2-4. FreeBSD 5.X sowie 6.X-ISO-Abbilder
3-1. Laufwerk-Codes
18-1. Namenskonventionen von physikalischen Laufwerken
21-1. Vinum-Plexus - Aufbau
27-1. Nullmodemkabel vom Typ DB-25-zu-DB-25
27-2. Nullmodemkabel vom Typ DB-9-zu-DB-9
27-3. Nullmodemkabel vom Typ DB-9-zu-DB-25
27-4. Signalnamen
32-1. Die Netzwerk-Verdrahtung eines parallelen Kabels
32-2. Reservierte IPv6-Adressen
Abbildungsverzeichnis
2-1. FreeBSD Boot Loader Menu
2-2. Ausgabe der Geräteerkennung
2-3. Ihr Land auswählen
2-4. sysinstall beenden
2-5. Die Gebrauchsanweisung von sysinstall auswählen
2-6. Die Dokumentation abrufen
2-7. Das Dokumentationsmenü von sysinstall
2-8. Das Hauptmenü von sysinstall
2-9. Sysinstall Keymap Menu
2-10. Das Hauptmenü von sysinstall
2-11. Optionen von sysinstall
2-12. Die Standard-Installation starten
2-13. Ein Laufwerk für Fdisk aussuchen
2-14. Typischer Fdisk-Bildschirm vor dem Editieren
2-15. Eine Partition über die gesamte Platte
2-16. Sysinstall Boot-Manager-Menü
2-17. Die Laufwerksauswahl verlassen
2-18. Sysinstall Disklabel-Editor
2-19. Sysinstall Disklabel-Editor mit automatischen Vorgaben
2-20. Die Größe einer Partition festlegen
2-21. Die Größe einer Partition ändern
2-22. Den Partitionstyp festlegen
2-23. Den Mountpoint festlegen
2-24. Sysinstall Disklabel-Editor
2-25. Die Distribution auswählen
2-26. Die Distributionen bestätigen
2-27. Das Installationsmedium auswählen
2-28. Eine Netzwerkkarte auswählen
2-29. Die Netzwerkkarte ed0 konfigurieren
2-30. inetd.conf editieren
2-31. Anonymous-FTP konfigurieren
2-32. Begrüßungsmeldung des FTP-Servers editieren
2-33. exports editieren
2-34. Merkmale der Systemkonsole
2-35. Bildschirmschoner auswählen
2-36. Den Bildschirmschoner einstellen
2-37. Die Konfiguration der Systemkonsole verlassen
2-38. Das Gebiet auswählen
2-39. Das Land auswählen
2-40. Die Zeitzone auswählen
2-41. Das Mausprotokoll festlegen
2-42. Das Mausprotokoll festlegen
2-43. Den Mausport einstellen
2-44. Den Mausport einstellen
2-45. Den Mouse-Daemon aktivieren
2-46. Den Mouse-Daemon testen
2-47. Netzwerkdienste - obere Hälfte
2-48. Den MTA festlegen
2-49. Ntpdate konfigurieren
2-50. Netzwerkdienste - untere Hälfte
2-51. Die Paketkategorie aussuchen
2-52. Pakete auswählen
2-53. Pakete installieren
2-54. Paketinstallation bestätigen
2-55. Benutzerkonto auswählen
2-56. Benutzerkonto anlegen
2-57. Benutzermenü verlassen
2-58. Die Installation beenden
21-1. Konkatenierte Anordnung
21-2. Striped-Anordnung
21-3. RAID-5 Aufbau
21-4. Ein einfaches Vinum-Volume
21-5. Ein gespiegeltes Vinum Volume
21-6. Ein Striped Vinum Volume
21-7. Ein gespiegeltes, Striped Vinum Volume
Beispiele
2-1. Eine bestehende Partition verwenden
2-2. Eine bestehende Partition verkleinern
3-1. Namen von Platten, Slices und Partitionen
3-2. Aufteilung einer Festplatte
4-1. Download vor Installation eines Pakets
11-1. Erstellen einer Swap-Datei
12-1. boot0-Screenshot
12-2. boot2-Screenshot
12-3. Auf insecure gesetzte Konsole in /etc/ttys
13-1. Einen Benutzer unter FreeBSD anlegen
13-2. Interaktives Löschen von Account mit rmuser
13-3. Interaktives chpass des Superusers
13-4. Interaktives chpass eines normalen Benutzers
13-5. Wechseln des Passworts
13-6. Als Superuser das Passwort eines anderen Accounts verändern
13-7. Hinzufügen einer Gruppe mit pw
13-8. Ein Gruppenmitglied mit pw hinzufügen
13-9. Mit id die Gruppenzugehörigkeit bestimmen
14-1. Mit SSH einen sicheren Tunnel für SMTP erstellen
18-1. dump mit ssh benutzen
18-2. dump über ssh mit gesetzter RSH benutzen
18-3. Ein Beispielskript zum Erstellen eigener Bootdisketten
18-4. Einhängen eines existierenden Abbildes unter FreeBSD
18-5. Erstellen eines dateibasierten Laufwerks mit mdconfig
18-6. Mit mdmfs ein dateibasiertes Dateisystem erstellen
18-7. Erstellen eines speicherbasierten Laufwerks mit mdconfig
18-8. Erstellen eines speicherbasierten Laufwerks mit mdmfs
27-1. Einträge in /etc/ttys hinzufügen
29-1. Konfigurieren der sendmail Zugriffsdatenbank
29-2. E-Mail Aliases
29-3. Beispiel einer virtuellen Domänen Zuordnung
30-1. Die inetd-Konfiguration neu einlesen
30-2. Ein exportiertes Dateisystem mit amd in den Verzeichnisbaum einhängen
30-3. Django mit Apache2, mod_python3, und PostgreSQL installieren
30-4. Apache-Konfiguration für Django/mod_python
32-1. Kleines Netzwerk (Privatnetz)
32-2. Großes Netzwerk (Firmennetz)
A-1. ls(1) von -CURRENT auschecken
A-2. Den src/-Baum über SSH auschecken
A-3. ls(1) aus dem 6-STABLE-Zweig auschecken
A-4. Änderungen in ls(1) zwischen 5.3 RELEASE und 5.4 RELEASE (als unified diff)
A-5. Gültige Modulnamen herausfinden

Vorwort

Über dieses Buch

Der erste Teil dieses Buchs führt FreeBSD-Einsteiger durch den Installationsprozess und stellt leicht verständlich Konzepte und Konventionen vor, die UNIX® zu Grunde liegen. Sie müssen nur neugierig sein und bereitwillig neue Konzepte aufnehmen, wenn diese vorgestellt werden, um diesen Teil durchzuarbeiten.

Wenn Sie den ersten Teil bewältigt haben, bietet der umfangreichere zweite Teil eine verständliche Darstellung vieler Themen, die für FreeBSD-Administratoren relevant sind. Wenn Kapitel auf anderen Kapiteln aufbauen, wird das in der Übersicht am Anfang eines Kapitels erläutert.

Weitere Informationsquellen entnehmen Sie bitte Anhang B.

Änderungen gegenüber der zweiten Auflage

Die dritte Auflage des Handbuchs ist das Ergebnis der über zwei Jahre dauernden engagierten Arbeit des FreeBSD Documentation Projects. Die wichtigsten Änderungen dieser Auflage sind:

Änderungen gegenüber der ersten Auflage

Die zweite Auflage ist das Ergebnis der engagierten Arbeit der Mitglieder des FreeBSD Documentation Projects über zwei Jahre. Die wichtigsten Änderungen gegenüber der ersten Auflage sind:

Gliederung

Dieses Buch ist in fünf Abschnitte unterteilt. Der erste Abschnitt, Erste Schritte, behandelt die Installation und die Grundlagen von FreeBSD. Dieser Abschnitt sollte in der vorgegebenen Reihenfolge durchgearbeitet werden, schon Bekanntes darf aber übersprungen werden. Der zweite Abschnitt, Oft benutzte Funktionen, behandelt häufig benutzte Funktionen von FreeBSD. Dieser Abschnitt sowie alle nachfolgenden Abschnitte können in beliebiger Reihenfolge gelesen werden. Jeder Abschnitt beginnt mit einer kurzen Übersicht, die das Thema des Abschnitts und das nötige Vorwissen erläutert. Die Übersichten helfen dem Leser, interessante Kapitel zu finden und erleichtern das Stöbern im Handbuch. Der dritte Abschnitt, Systemadministration, behandelt die Administration eines FreeBSD-Systems. Der vierte Abschnitt, Netzwerke, bespricht Netzwerke und Netzwerkdienste. Der fünfte Abschnitt enthält Anhänge und Verweise auf weitere Informationen.

Kapitel 1, Einführung

Dieses Kapitel macht Einsteiger mit FreeBSD vertraut. Es behandelt die Geschichte, die Ziele und das Entwicklungsmodell des FreeBSD-Projekts.

Kapitel 2, Installation

Beschreibt den Ablauf der Installation. Spezielle Installationsmethoden, wie die Installation mit einer seriellen Konsole, werden ebenfalls behandelt.

Kapitel 3, Grundlagen des UNIX Betriebssystems

Erläutert die elementaren Kommandos und Funktionen von FreeBSD. Wenn Sie schon mit Linux oder einem anderen UNIX System vertraut sind, können Sie dieses Kapitel überspringen.

Kapitel 4, Installieren von Anwendungen

Zeigt wie mit der innovativen Ports-Sammlung oder mit Paketen Software von Fremdherstellern installiert wird.

Kapitel 5, Das X Window System

Beschreibt allgemein das X Window System und geht speziell auf X11 unter FreeBSD ein. Weiterhin werden grafische Benutzeroberflächen wie KDE und GNOME behandelt.

Kapitel 6, Desktop-Anwendungen

Enthält eine Aufstellung verbreiteter Anwendungen wie Browser, Büroanwendungen und Office-Pakete und beschreibt wie diese Anwendungen installiert werden.

Kapitel 7, Multimedia

Erklärt, wie Sie auf Ihrem System Musik und Videos abspielen können. Beispielhaft werden auch Anwendungen aus dem Multimedia-Bereich beleuchtet.

Kapitel 8, Konfiguration des FreeBSD-Kernels

Erklärt, warum Sie einen angepassten Kernel erzeugen sollten und gibt ausführliche Anweisungen wie Sie einen angepassten Kernel konfigurieren, bauen und installieren.

Kapitel 9, Drucken

Beschreibt, wie Sie Drucker unter FreeBSD verwalten. Diskutiert werden Deckblätter, das Einrichten eines Druckers und ein Abrechnungssystem für ausgedruckte Seiten.

Kapitel 10, Linux-Binärkompatibilität

Beschreibt die binäre Kompatibilität zu Linux. Weiterhin werden ausführliche Installationsanleitungen für Oracle, SAP R/3 und Mathematica gegeben.

Kapitel 11, Konfiguration und Tuning

Beschreibt die Einstellungen, die ein Systemadministrator vornehmen kann, um die Leistungsfähigkeit eines FreeBSD Systems zu verbessern. In diesem Kapitel werden auch verschiedene Konfigurationsdateien besprochen.

Kapitel 12, FreeBSDs Bootvorgang

Erklärt den Bootprozess von FreeBSD und beschreibt die Optionen, mit denen sich der Bootprozess beeinflussen lässt.

Kapitel 13, Benutzer und grundlegende Account-Verwaltung

Beschreibt, wie Benutzer-Accounts angelegt, verändert und verwaltet werden. Weiterhin wird beschrieben, wie dem Benutzer zur Verfügung stehende Ressourcen beschränkt werden können.

Kapitel 14, Sicherheit

Beschreibt die Werkzeuge mit denen Sie Ihr FreeBSD-System absichern. Unter Anderem werden Kerberos, IPsec und OpenSSH besprochen.

Kapitel 15, Jails

Dieses Kapitel beschreibt das Jails-Framework sowie die Vorteile von Jails gegenüber der traditionellen chroot-Unterstützung von FreeBSD.

Kapitel 16, Mandatory Access Control

Erklärt vorgeschriebene Zugriffskontrollen (MACs) und wie mit ihrer Hilfe FreeBSD-Systeme gesichert werden.

Kapitel 17, Security Event Auditing

Beschreibt, was FreeBSD Event Auditing ist, wie Sie diese Funktion installieren und konfigurieren und die damit erzeugten Audit-Trails überwachen und auswerten können.

Kapitel 18, Speichermedien

Erläutert den Umgang mit Speichermedien und Dateisystemen. Behandelt werden Plattenlaufwerke, RAID-Systeme, optische Medien, Bandlaufwerke, RAM-Laufwerke und verteilte Dateisysteme.

Kapitel 19, GEOM

Beschreibt das GEOM-Framework von FreeBSD sowie die Konfiguration der verschiedenen unterstützten RAID-Level.

Kapitel 21, Vinum

Beschreibt den Vinum Volume Manager, der virtuelle Laufwerke, RAID-0, RAID-1 und RAID-5 auf Software-Ebene bereitstellt.

Kapitel 22, Virtualization

Dieses Kapitel beschreibt verschiedene Virtualisierungslösungen und wie diese mit FreeBSD zusammenarbeiten.

Kapitel 23, Lokalisierung

Zeigt wie Sie FreeBSD mit anderen Sprachen als Englisch einsetzen. Es wird sowohl die Lokalisierung auf der System-Ebene wie auch auf der Anwendungs-Ebene betrachtet.

Kapitel 24, Das Neueste und Beste

Erklärt die Unterschiede zwischen FreeBSD-STABLE, FreeBSD-CURRENT und FreeBSD-Releases. Das Kapitel enthält Kriterien anhand derer Sie entscheiden können, ob es sich lohnt, ein Entwickler-System zu installieren und aktuell zu halten. Die Vorgehensweise dazu wird ebenfalls beschrieben.

Kapitel 27, Serielle Datenübertragung

Erläutert, wie Sie Terminals und Modems an Ihr FreeBSD-System anschließen und sich so ein- und auswählen können.

Kapitel 28, PPP und SLIP

Erklärt wie Sie mit PPP, SLIP oder PPP über Ethernet ein FreeBSD-System mit einem entfernten System verbinden.

Kapitel 29, Elektronische Post (E-Mail)

Erläutert die verschiedenen Bestandteile eines E-Mail Servers und zeigt einfache Konfigurationen für sendmail, dem meist genutzten E-Mail-Server.

Kapitel 30, Netzwerkserver

Bietet ausführliche Informationen und Beispielkonfigurationen, die es Ihnen ermöglichen, Ihren FreeBSD-Rechner als Network File System Server, Domain Name Server, Network Information Server, oder als Zeitsynchronisationsserver einzurichten.

Kapitel 31, Firewalls

Erklärt die Philosophie hinter softwarebasierten Firewalls und bietet ausführliche Informationen zur Konfiguration der verschiedenen, für FreeBSD verfügbaren Firewalls.

Kapitel 32, Weiterführende Netzwerkthemen

Behandelt viele Netzwerkthemen, beispielsweise das Verfügbarmachen einer Internetverbindung für andere Rechner eines LANs, Routing, drahtlose Netzwerke, Bluetooth, IPv6, ATM und andere mehr.

Anhang A, Bezugsquellen für FreeBSD

Enthält eine Aufstellung der Quellen von denen Sie FreeBSD beziehen können: CD-ROM, DVD sowie Internet-Sites.

Anhang B, Bibliografie

Dieses Buch behandelt viele Themen und kann nicht alle Fragen erschöpfend beantworten. Die Bibliografie enthält weiterführende Bücher, die im Text zitiert werden.

Anhang C, Ressourcen im Internet

Enthält eine Aufstellung der Foren, die FreeBSD Benutzern für Fragen und Diskussionen zur Verfügung stehen.

Anhang D, PGP Schlüssel

Enthält PGP-Fingerabdrücke von etlichen FreeBSD Entwicklern.

Konventionen in diesem Buch

Damit der Text einheitlich erscheint und leicht zu lesen ist, werden im ganzen Buch die nachstehenden Konventionen beachtet:

Typographie

Kursiv

Für Dateinamen, URLs, betonte Teile eines Satzes und das erste Vorkommen eines Fachbegriffs wird ein kursiver Zeichensatz benutzt.

Fixschrift

Fehlermeldungen, Kommandos, Umgebungsvariablen, Namen von Ports, Hostnamen, Benutzernamen, Gruppennamen, Gerätenamen, Variablen und Code-Ausschnitte werden in einer Fixschrift dargestellt.

Fett

Fett kennzeichnet Anwendungen, Kommandozeilen und Tastensymbole.

Benutzereingaben

Tasten werden fett dargestellt, um sie von dem umgebenden Text abzuheben. Tasten, die gleichzeitig gedrückt werden müssen, werden durch ein + zwischen den einzelnen Tasten dargestellt:

Ctrl+Alt+Del

Im gezeigten Beispiel soll der Benutzer die Tasten Ctrl, Alt und Del gleichzeitig drücken.

Tasten, die nacheinander gedrückt werden müssen, sind durch Kommas getrennt:

Ctrl+X, Ctrl+S

Das letzte Beispiel bedeutet, dass die Tasten Ctrl und X gleichzeitig betätigt werden und danach die Tasten Ctrl und S gleichzeitig gedrückt werden müssen.

Beispiele

Beispiele, die durch E:\> eingeleitet werden, zeigen ein MS-DOS® Kommando. Wenn nichts Anderes angezeigt wird, können diese Kommandos unter neuen Versionen von Microsoft Windows auch in einem DOS-Fenster ausgeführt werden.

E:\> tools\fdimage floppies\kern.flp A:

Beispiele, die mit # beginnen, müssen unter FreeBSD mit Superuser-Rechten ausgeführt werden. Dazu melden Sie sich entweder als root an oder Sie wechseln von Ihrem normalen Account mit su(1) zu dem Benutzer root.

# dd if=kern.flp of=/dev/fd0

Beispiele, die mit % anfangen, werden unter einem normalen Benutzer-Account ausgeführt. Sofern nichts Anderes angezeigt wird, verwenden die Beispiele die Syntax der C-Shell.

% top

Danksagung

Dieses Buch ist aus Beiträgen von vielen Leuten aus allen Teilen der Welt entstanden. Alle eingegangen Beiträge, zum Beispiel Korrekturen oder vollständige Kapitel, waren wertvoll.

Einige Firmen haben dieses Buch dadurch unterstützt, dass Sie Autoren in Vollzeit beschäftigt und die Veröffentlichung des Buchs finanziert haben. Besonders BSDi (das später von Wind River Systems übernommen wurde) beschäftigte Mitglieder des FreeBSD Documentation Projects, um dieses Buch zu erstellen. Dadurch wurde die erste (englische) gedruckte Auflage im März 2000 möglich (ISBN 1-57176-241-8). Wind River Systems bezahlte dann weitere Autoren, die die zum Drucken nötige Infrastruktur verbesserten und zusätzliche Kapitel beisteuerten. Das Ergebnis dieser Arbeit ist die zweite (englische) Auflage vom November 2001 (ISBN 1-57176-303-1). Zwischen 2003 und 2004 bezahlte FreeBSD Mall, Inc mehrere Mitarbeiter für die Vorbereitung der gedruckten dritten Auflage.

I. Erste Schritte

Dieser Teil des FreeBSD-Handbuchs richtet sich an Benutzer und Administratoren für die FreeBSD neu ist. Diese Kapitel

  • geben Ihnen eine Einführung in FreeBSD,

  • geleiten Sie durch den Installationsprozess,

  • erklären Ihnen die Grundlagen von UNIX Systemen,

  • zeigen Ihnen, wie Sie die Fülle der erhältlichen Anwendungen Dritter installieren und

  • führen Sie in X, der Benutzeroberfläche von UNIX Systemen ein. Es wird gezeigt, wie Sie den Desktop konfigurieren, um effektiver arbeiten zu können.

Wir haben uns bemüht, Referenzen auf weiter vorne liegende Textteile auf ein Minimum zu beschränken, so dass Sie diesen Teil des Handbuchs ohne viel Blättern durcharbeiten können.


Kapitel 1. Einführung

Neu zusammengestellt, umstrukturiert und um Abschnitte erweitert durch Jim Mock. Übersetzt von Sascha Edelburg.

1.1. Übersicht

Herzlichen Dank für Ihr Interesse an FreeBSD! Das folgende Kapitel behandelt verschiedene Aspekte des FreeBSD Projects wie dessen geschichtliche Entwicklung, dessen Ziele oder dessen Entwicklungsmodell.

Nach dem Durcharbeiten des Kapitels wissen Sie über folgende Punkte Bescheid:

  • Wo FreeBSD im Vergleich zu anderen Betriebssystemen steht

  • Die Geschichte des FreeBSD Projects

  • Die Ziele des FreeBSD Projects

  • Die Grundlagen des FreeBSD-Open-Source-Entwicklungsmodells

  • Und natürlich wo der Name “FreeBSD” herrührt


1.2. Willkommen bei FreeBSD!

FreeBSD ist ein auf 4.4BSD-Lite basierendes Betriebssystem für Intel (x86 und Itanium®), AMD64, Alpha™ und Sun UltraSPARC® Rechner. An Portierungen zu anderen Architekturen wird derzeit gearbeitet. Mehr zu Geschichte von FreeBSD können Sie im kurzen geschichtlichen Abriss zu FreeBSD oder im Abschnitt Das aktuelle FreeBSD-Release nachlesen. Falls Sie das FreeBSD Project unterstützen wollen (mit Quellcode, Hardware- oder Geldspenden), sollten Sie den Artikel FreeBSD unterstützen lesen.


1.2.1. Was kann FreeBSD?

FreeBSD hat zahlreiche bemerkenswerte Eigenschaften. Um nur einige zu nennen:

  • Präemptives Multitasking mit dynamischer Prioritätsanpassung zum reibungslosen und ausgeglichenen Teilen der Systemressourcen zwischen Anwendungen und Anwendern, selbst unter schwerster Last.

  • Der Mehrbenutzerbetrieb von FreeBSD erlaubt es, viele Anwender gleichzeitig am System mit verschiedenen Aufgaben arbeiten zu lassen. Beispielsweise Geräte wie Drucker oder Bandlaufwerke, die sich nur schwerlich unter allen Anwendern des Systems oder im Netzwerk teilen lassen, können durch Setzen von Verwendungsbeschränkungen auf Benutzer oder Benutzergruppen wichtige Systemressourcen vor Überbeanspruchung schützen.

  • Hervorragende TCP/IP-Netzwerkfähigkeit mit Unterstützung von Industriestandards wie SCTP, DHCP, NFS, NIS, PPP, SLIP, IPsec und IPv6. Das heißt, Ihr FreeBSD-System kann in einfachster Weise mit anderen Systemen interagieren. Zudem kann es als Server-System im Unternehmen wichtige Aufgaben übernehmen, beispielsweise als NFS- oder E-Mail-Server oder es kann Ihren Betrieb durch HTTP- und FTP-Server beziehungsweise durch Routing und Firewalling Internet-fähig machen.

  • Der Speicherschutz stellt sicher, dass Anwendungen (oder Anwender) sich nicht gegenseitig stören. Stürzt eine Anwendung ab, hat das keine Auswirkung auf andere Prozesse.

  • FreeBSD ist ein 32-Bit-Betriebssystem (64-Bit auf Alpha, Itanium, AMD64, und UltraSPARC) und wurde als solches von Grund auf neu entworfen.

  • Das X-Window-System (X11R7) als Industriestandard bietet eine grafische Benutzeroberfläche (GUI). Minimale Voraussetzung zur Verwendung ist lediglich eine Grafikkarte und ein Bildschirm, die beide den VGA-Modus unterstützen.

  • Binärkompatibilität mit vielen unter verschiedenen Betriebssystemen erstellten Programmen wie Linux, SCO, SVR4, BSDI und NetBSD.

  • Tausende von sofort lauffähigen Anwendungen sind aus den Ports- und Packages-Sammlungen für FreeBSD verfügbar. Warum mühselig im Netz Software suchen, wenn sie bereits hier vorhanden ist?

  • Tausende zusätzliche leicht zu portierende Anwendungen sind über das Internet zu beziehen. FreeBSD ist Quellcode-kompatibel mit den meisten kommerziellen UNIX Systemen. Daher bedürfen Anwendungen häufig nur geringer oder gar keiner Anpassung, um auf einem FreeBSD-System zu kompilieren.

  • Seitenweise anforderbarer Virtueller Speicher und der “merged VM/buffer cache”-Entwurf bedient effektiv den großen Speicherhunger mancher Anwendungen bei gleichzeitigem Aufrechterhalten der Bedienbarkeit des Systems für weitere Benutzer.

  • SMP-Unterstützung für Mehrprozessorsysteme

  • Ein voller Satz von C, C++ und Fortran- Entwicklungswerkzeugen. Viele zusätzliche Programmiersprachen für Wissenschaft und Entwicklung sind aus der Ports- und Packages-Sammlung zu haben.

  • Quellcode für das gesamte System bedeutet größtmögliche Kontrolle über Ihre Umgebung. Warum sollte man sich durch proprietäre Lösungen knebeln und sich auf Gedeih und Verderb der Gnade eines Herstellers ausliefern, wenn man doch ein wahrhaft offenes System haben kann?

  • Umfangreiche Online-Dokumentation.

FreeBSD basiert auf dem 4.4BSD-Lite-Release der Computer Systems Research Group (CSRG) der Universität von Kalifornien in Berkeley und führt die namhafte Tradition der Entwicklung von BSD-Systemen fort. Zusätzlich zu der herausragenden Arbeit der CSRG hat das FreeBSD Project tausende weitere Arbeitsstunden investiert, um das System zu verfeinern und maximale Leistung und Zuverlässigkeit bei Alltagslast zu bieten. Während viele kommerzielle Riesen Probleme haben PC-Betriebssysteme mit derartigen Funktionen, Leistungpotential und Zuverlässigkeit anzubieten, kann FreeBSD damit schon jetzt aufwarten!

Die Anwendungsmöglichkeiten von FreeBSD werden nur durch Ihre Vorstellungskraft begrenzt. Von Software-Entwicklung bis zu Produktionsautomatisierung, von Lagerverwaltung über Abweichungskorrektur bei Satelliten; Falls etwas mit kommerziellen UNIX Produkten machbar ist, dann ist es höchstwahrscheinlich auch mit FreeBSD möglich. FreeBSD profitiert stark von tausenden hochwertigen Anwendungen aus wissenschaftlichen Instituten und Universitäten in aller Welt. Häufig sind diese für wenig Geld oder sogar kostenlos zu bekommen. Kommerzielle Anwendungen sind ebenso verfügbar und es werden täglich mehr.

Durch den freien Zugang zum Quellcode von FreeBSD ist es in unvergleichbarer Weise möglich, das System für spezielle Anwendungen oder Projekte anzupassen. Dies ist mit den meisten kommerziellen Betriebssystemen einfach nicht möglich. Beispiele für Anwendungen, die unter FreeBSD laufen, sind:

  • Internet-Dienste: Die robuste TCP/IP-Implementierung in FreeBSD macht es zu einer idealen Plattform für verschiedenste Internet-Dienste, wie zum Beispiel:

    • FTP-Server

    • HTTP-Server (Standard-Web-Server oder mit SSL-Verschlüsselung)

    • IPv4- und IPv6-Routing

    • Firewalls und NAT-Gateways (“IP-Masquerading”)

    • E-Mail-Server

    • Usenet-News und Foren (BBS)

    Zum Betreiben von FreeBSD reicht schon ein günstiger 386-PC. Wenn es das Wachstum Ihres Unternehmens verlangt, kann FreeBSD aber auch auf einem hochgerüsteten 4-Wege-System mit Xeon-Prozessoren und RAID-Plattenspeicher Verwendung finden.

  • Bildung: Sind Sie Informatikstudent oder Student eines verwandten Studiengangs? Die praktischen Einblicke in FreeBSD sind die beste Möglichkeit etwas über Betriebssysteme, Rechnerarchitektur und Netzwerke zu lernen. Einige frei erhältliche CAD-, mathematische und grafische Anwendungen sind sehr nützlich, gerade für diejenigen, die FreeBSD nicht zum Selbstzweck, sondern als Arbeitsmittel einsetzen.

  • Wissenschaft: Mit dem frei verfügbaren Quellcode für das gesamte System bildet FreeBSD ein exzellentes Studienobjekt in der Disziplin der Betriebssysteme, wie auch in anderen Zweigen der Informatik. Es ist beispielsweise denkbar, das räumlich getrennte Gruppen gemeinsam an einer Idee oder Entwicklung arbeiten. Das Konzept der freien Verfügbarkeit und -nutzung von FreeBSD ermöglicht so einen Gebrauch, auch ohne sich groß Gedanken über Lizenzbedingungen oder -beschränkungen machen zu müssen.

  • Netzwerkfähigkeit: Brauchen Sie einen neuen Router? Oder einen Name-Server (DNS)? Eine Firewall zum Schutze Ihres Intranets vor Fremdzugriff? FreeBSD macht aus dem in der Ecke verstaubenden 386- oder 486-PC im Handumdrehen einen leistungsfähigen Router mit anspruchsvollen Packet-Filter-Fähigkeiten.

  • X-Window-Workstation: FreeBSD ist eine gute Wahl für kostengünstige X-Terminals mit dem frei verfügbaren X11-Server. Im Gegensatz zu einem X-Terminal erlaubt es FreeBSD, viele Anwendungen lokal laufen zu lassen, was die Last eines zentralen Servers erleichtern kann. FreeBSD kann selbst “plattenlos” starten, was einzelne Workstations noch günstiger macht und die Wartung erleichtert.

  • Software-Entwicklung: Das Standard-System von FreeBSD wird mit einem kompletten Satz an Entwicklungswerkzeugen bereitgestellt, unter anderem mit dem bekannten GNU C/C++-Kompiler und -Debugger.

FreeBSD ist sowohl in Form von Quellcode als auch in Binärform auf CD-ROM, DVD und über anonymous FTP erhältlich. Näheres zum Bezug von FreeBSD enthält Anhang A.


1.3. Das FreeBSD Project

Der folgende Abschnitt bietet einige Hintergrundinformationen zum FreeBSD Project, einschließlich einem kurzen geschichtlichen Abriss, den Projektzielen und dem Entwicklungsmodell.


1.3.1. Kurzer geschichtlicher Abriss zu FreeBSD

Beigesteuert von Jordan Hubbard.

Das FreeBSD Project erblickte das Licht der Welt Anfang 1993 teils als Auswuchs des “Unofficial 386BSD Patchkit” unter der Regie der letzten drei Koordinatoren des Patchkits: Nate Williams, Rod Grimes und mir.

Unser eigentliches Ziel war es, einen zwischenzeitlichen Abzug von 386BSD zu erstellen, um ein paar Probleme zu beseitigen, die das Patchkit-Verfahren nicht lösen konnte. Einige von Ihnen werden sich in dem Zusammenhang noch an die frühen Arbeitstitel “386BSD 0.5” oder “386BSD Interim” erinnern.

386BSD war das Betriebssystem von Bill Jolitz. Dieses litt bis zu diesem Zeitpunkt heftig unter fast einjähriger Vernachlässigung. Als das Patchkit mit jedem Tag anschwoll und unhandlicher wurde, waren wir einhellig der Meinung, es müsse etwas geschehen. Wir entschieden uns Bill Jolitz zu helfen, indem wir den übergangsweise “bereinigten” Abzug zur Verfügung stellten. Diese Pläne wurden unschön durchkreuzt als Bill Jolitz plötzlich seine Zustimmung zu diesem Projekt zurückzog, ohne einen Hinweis darauf, was stattdessen geschehen sollte.

Es hat nicht lange gedauert zu entscheiden, dass das Ziel es wert war, weiterverfolgt zu werden, selbst ohne Bills Unterstützung. Also haben wir den von David Greenman geprägten Namen “FreeBSD” angenommen. Unsere anfänglichen Ziele setzten wir nach Rücksprache mit den damaligen Benutzern des Systems fest. Und als deutlich wurde, das Projekt würde möglicherweise Realität, nahm ich Kontakt mit Walnut Creek CDROM auf, mit einem Auge darauf, den Vertriebsweg für die vielen Missbegünstigten zu verbessern, die keinen einfachen Zugang zum Internet hatten. Walnut Creek CDROM unterstützte nicht nur die Idee des CD-ROM-Vertriebs, sondern stellte sogar dem Projekt einen Arbeitsrechner und eine schnelle Internetverbindung zur Verfügung. Ohne den beispiellosen Glauben von Walnut Creek CDROM in ein zu der Zeit absolut unbekanntes Projekt, gäbe es FreeBSD in der heutigen Form wohl nicht.

Die erste auf CD-ROM (und netzweit) verfügbare Veröffentlichung war FreeBSD 1.0 im Dezember 1993. Diese basierte auf dem Band der 4.3BSD-Lite (“Net/2”) der Universität von Kalifornien in Berkeley. Viele Teile stammten aus 386BSD und von der Free Software Foundation. Gemessen am ersten Angebot, war das ein ziemlicher Erfolg und wir ließen dem das extrem erfolgreiche FreeBSD 1.1 im Mai 1994 folgen.

Zu dieser Zeit formierten sich unerwartete Gewitterwolken am Horizont, als Novell und die Universität von Kalifornien in Berkeley (UCB) ihren langen Rechtsstreit über den rechtlichen Status des Berkeley Net/2-Bandes mit einem Vergleich beilegten. Eine Bedingung dieser Einigung war es, dass die UCB große Teile des Net/2-Quellcodes als “belastet” zugestehen musste, und dass diese Besitz von Novell sind, welches den Code selbst einige Zeit vorher von AT&T bezogen hatte. Im Gegenzug bekam die UCB den “Segen” von Novell, dass sich das 4.4BSD-Lite-Release bei seiner endgültigen Veröffentlichung als unbelastet bezeichnen darf. Alle Net/2-Benutzer sollten auf das neue Release wechseln. Das betraf auch FreeBSD. Dem Projekt wurde eine Frist bis Ende Juli 1994 eingeräumt, das auf Net/2-basierende Produkt nicht mehr zu vertreiben. Unter den Bedingungen dieser Übereinkunft war es dem Projekt noch erlaubt ein letztes Release vor diesem festgesetzten Zeitpunkt herauszugeben. Das war FreeBSD 1.1.5.1.

FreeBSD machte sich dann an die beschwerliche Aufgabe, sich Stück für Stück, aus einem neuen und ziemlich unvollständigen Satz von 4.4BSD-Lite-Teilen, wieder aufzubauen. Die “Lite”-Veröffentlichungen waren deswegen leicht, weil Berkeleys CSRG große Code-Teile, die für ein start- und lauffähiges System gebraucht wurden, aufgrund diverser rechtlicher Anforderungen entfernen musste und weil die 4.4-Portierung für Intel-Rechner extrem unvollständig war. Das Projekt hat bis November 1994 gebraucht diesen Übergang zu vollziehen, was dann zu dem im Netz veröffentlichten FreeBSD 2.0 und zur CD-ROM-Version (im späten Dezember) führte. Obwohl FreeBSD gerade die ersten Hürden genommen hatte, war dieses Release ein maßgeblicher Erfolg. Diesem folgte im Juni 1995 das robustere und einfacher zu installierende FreeBSD 2.0.5.

Im August 1996 veröffentlichten wir FreeBSD 2.1.5. Es schien unter ISPs und der Wirtschaft beliebt genug zu sein, ein weiteres Release aus dem 2.1-STABLE-Zweig zu rechtfertigen. Das war FreeBSD 2.1.7.1. Es wurde im Februar 1997 veröffentlicht und bildete das Ende des Hauptentwicklungszweiges 2.1-STABLE. Derzeit unterliegt dieser Zweig dem Wartungsmodus, das heißt, es werden nur noch Sicherheitsverbesserungen und die Beseitigung von kritischen Fehlern vorgenommen (RELENG_2_1_0).

FreeBSD 2.2 entsprang dem Hauptentwicklungszweig (“-CURRENT”) im November 1996 als RELENG_2_2-Zweig und das erste komplette Release (2.2.1) wurde im April 1997 herausgegeben. Weitere Veröffentlichungen des 2.2-Zweiges gab es im Sommer und Herbst 1997. Das letzte Release des 2.2-Zweiges bildete die Version 2.2.8, die im November 1998 erschien. Das erste offizielle 3.0-Release erschien im Oktober 1998 und läutete das Endes des 2.2-Zweiges ein.

Am 20. Januar 1999 teilte sich der Quellbaum in die Zweige 4.0-CURRENT und 3.X-STABLE. Auf dem 3.X-STABLE-Zweig wurden folgende Releases erstellt: 3.1 am 15. Februar 1999, 3.2 am 15. Mai 1999, 3.3 am 16. September 1999, 3.4 am 20. Dezember 1999 und 3.5 am 24. Juni 2000. Letzterem folgte ein paar Tage später das Release 3.5.1, welches einige akute Sicherheitslöcher von Kerberos stopfte und die letzte Veröffentlichung des 3.X-Zweiges darstellte.

Eine weitere Aufspaltung, aus dem der 4.X-STABLE-Zweig hervorging, erfolgte am 13. März 2000. Bisher gab es mehrere Veröffentlichungen aus diesem Zweig: 4.0-RELEASE erschien im März 2000. Das letzte Release, 4.11-RELEASE, erschien im Januar 2005.

Das lang erwartete 5.0-RELEASE wurde am 19. Januar 2003 veröffentlicht. Nach nahezu drei Jahren Entwicklungszeit brachte dieses Release die Unterstützung für Mehrprozessor-Systeme sowie für Multithreading. Mit diesem Release lief FreeBSD erstmalig auf den Plattformen UltraSPARC und ia64. Im Juni 2003 folgte 5.1-RELEASE. Das letzte 5.X-Release aus dem CURRENT-Zweig war 5.2.1-RELEASE, das im Februar 2004 veröffentlicht wurde.

Der Zweig RELENG_5 wurde im August 2004 erzeugt. Als erstes Release dieses Zweiges wurde 5.3-RELEASE veröffentlicht, bei dem es sich gleichzeitig auch um das erste 5-STABLE-Release handelte. Das aktuelle 5.5-RELEASE (dem keine RELENG_5-Versionen mehr folgen werden) erschien im Mai 2006.

Der Zweig RELENG_6 wurde im Juli 2005 erzeugt. 6.0-RELEASE, das erste Release des 6.X-Zweiges, wurde im November 2005 veröffentlicht. Das aktuelle 6.3-RELEASE (dem weitere RELENG_6-Versionen folgen werden) erschien im Mai 2006.

Der Zweig RELENG_7 wurde im Oktober 2007 erzeugt. 7.0-RELEASE, das erste Release des 7.X-Zweiges, wurde im Februar 2008 veröffentlicht. Weitere RELENG_7-Versionen werden folgen.

Zurzeit werden Projekte mit langem Entwicklungshorizont im Zweig 8.X-CURRENT verfolgt, Schnappschüsse von 8.X auf CD-ROM (und natürlich im Netz) werden bei fortlaufender Entwicklung auf dem Snapshot-Server zur Verfügung gestellt.


1.3.2. Ziele des FreeBSD Projects

Beigesteuert von Jordan Hubbard.

Das FreeBSD Project stellt Software her, die ohne Einschränkungen für beliebige Zwecke eingesetzt werden kann. Viele von uns haben beträchtlich in Quellcode und Projekt investiert und hätten sicher nichts dagegen, hin und wieder ein wenig finanziellen Ausgleich dafür zu bekommen. Aber in keinem Fall bestehen wir darauf. Wir glauben unsere erste und wichtigste “Mission” ist es, Software für jeden Interessierten und zu jedem Zweck zur Verfügung zu stellen, damit die Software größtmögliche Verbreitung erlangt und größtmöglichen Nutzen stiftet. Das ist, glaube ich, eines der grundlegenden Ziele freier Software, welche wir mit größter Begeisterung unterstützen.

Der Code in unserem Quellbaum, der unter die General Public License (GPL) oder die Library General Public License (LGPL) fällt, stellt geringfügig mehr Bedingungen. Das aber vielmehr im Sinne von eingefordertem Zugriff, als das übliche Gegenteil der Beschränkungen. Aufgrund zusätzlicher Abhängigkeiten, die sich durch die Verwendung von GPL-Software bei kommerziellem Gebrauch ergeben, bevorzugen wir daher Software unter dem transparenteren BSD-Copyright, wo immer es angebracht ist.


1.3.3. Das Entwicklungsmodell von FreeBSD

Beigesteuert von Satoshi Asami.

Die Entwicklung von FreeBSD ist ein offener und vielseitiger Prozess. FreeBSD besteht aus Beisteuerungen von Hunderten Leuten rund um die Welt, wie Sie aus der Liste der Beitragenden ersehen können. Die vielen Entwickler können aufgrund der Entwicklungs-Infrastruktur von FreeBSD über das Internet zusammenarbeiten. Wir suchen ständig nach neuen Entwicklern, Ideen und jenen, die sich in das Projekt tiefer einbringen wollen. Nehmen Sie einfach auf der Mailingliste FreeBSD technical discussions Kontakt mit uns auf. Die Mailingliste FreeBSD announcements steht für wichtige Ankündigungen, die alle FreeBSD-Benutzer betreffen, zur Verfügung.

Unabhängig davon ob Sie alleine oder mit anderen eng zusammen arbeiten, enthält die folgende Aufstellung nützliche Informationen über das FreeBSD Project und dessen Entwicklungsabläufe.

CVS- und SVN-Repositories

Der Hauptquellbaum von FreeBSD wurde über viele Jahre ausschließlich mit CVS gepflegt, einem frei erhältlichen Versionskontrollsystem, welches mit FreeBSD geliefert wird. Im Juni 2008 begann das FreeBSD Project mit dem Umstieg auf SVN (Subversion). Dieser Schritt wurde notwendig, weil CVS aufgrund des rapide wachsenden Quellcodebaumes und dem Umfang der bereits gespeichterten Revisisionsinformationen an seine Grenzen zu stoßen begann. Während das Hauptrepository nun SVN verwendet, hat sich auf der Client-Seite nichts geändert. Werkzeuge wie CVSup und csup, die auf der alten CVS-Infrastruktur aufbauen, funktionieren weiterhin, weil alle Änderungen, die im SVN-Repository erfolgen, in das CVS-Repository portiert werden. Im Moment wird nur src-Quellcodebaum über SVN verwaltet. Die Dokumentation, die Webseiten sowie die Ports befinden sich weiterhin in einem CVS-Repository. Das Haupt-CVS-Repository läuft auf einer Maschine in Santa Clara, Kalifornien, USA. Von dort wird es auf zahlreiche Server in aller Welt gespiegelt. Der SVN-Quellbaum, der die Zweige -CURRENT und -STABLE enthält, kann so einfach auf Ihr eigenes System gespiegelt werden. Näheres dazu können Sie im Handbuch unter Synchronisation der Quellen in Erfahrung bringen.

Die Committer-Liste

Die Committer sind Personen mit Schreibzugriff auf den CVS-Quellbaum (der Begriff “Committer” stammt vom cvs(1)-Befehl commit, der zum Einspeisen von Änderungen ins Repository gebraucht wird). Der beste Weg, Vorschläge zur Prüfung durch die Mitglieder der Committer-Liste einzureichen, bietet der Befehl send-pr(1). Sollte es unerwartete Probleme mit diesem Verfahren geben, besteht immer noch die Möglichkeit eine E-Mail an die Liste “FreeBSD committers” zu schicken.

Das FreeeBSD-Core-Team

Würde man das FreeBSD Project mit einem Unternehmen vergleichen, so wäre das FreeBSD-Core-Team das Gegenstück zum Vorstand. Die Hauptaufgabe des Core-Teams ist es, das Projekt als Ganzes in gesunder Verfassung zu halten und die weitere Entwicklung in die richtige Bahn zu lenken. Das Anwerben leidenschaftlicher und verantwortungsbewusster Entwickler ist eine Aufgabe des Core-Team, genauso wie die Rekrutierung neuer Mitglieder für das Core-Team, im Falle, dass Altmitglieder aus dem Projekt aussteigen. Das derzeitige Core-Team wurde im Juli 2008 aus einem Kreis kandidierender Committer gewählt. Wahlen werden alle zwei Jahre abgehalten.

Einige Core-Team-Mitglieder haben auch spezielle Verantwortungsbereiche. Das bedeutet, sie haben sich darauf festgelegt, sicherzustellen, dass ein größerer Teil des Systems so funktioniert wie ausgewiesen. Eine vollständige Liste an FreeBSD beteiligter Entwickler und ihrer Verantwortungsbereiche kann in der Liste der Beitragenden eingesehen werden.

Anmerkung: Die Mehrzahl der Mitglieder des Core-Teams sind Freiwillige in Bezug auf die FreeBSD-Entwicklung und profitieren nicht finanziell vom Projekt. Daher sollte “Verpflichtung” nicht als “garantierter Support” fehlinterpretiert werden. Der oben angeführte Vergleich mit einem Vorstand hinkt und es wäre angebrachter zu erwähnen, dass diese Leute - wider besseres Wissen - ihr eigenes Leben für FreeBSD aufgegeben haben!

Weitere Beitragende

Die größte Entwicklergruppe sind nicht zuletzt die Anwender selbst, die Rückmeldungen und Fehlerbehebungen in einem anhaltend hohen Maße an uns senden. Der bevorzugte Weg an dem weniger zentralisierten Bereich der FreeBSD-Entwicklung teilzuhaben, ist die Möglichkeit sich bei der Liste FreeBSD technical discussions anzumelden. Weitere Informationen über die verschiedenen FreeBSD-Mailinglisten erhalten Sie in Anhang C.

Die Liste der zu FreeBSD Beitragenden ist eine lange und wachsende. Also warum nicht selbst dort stehen, indem Sie gleich persönlich etwas zu FreeBSD beitragen?

Quellcode ist nicht der einzige Weg, etwas zum Projekt beizusteuern. Eine genauere Übersicht über offene Aufgaben finden Sie auf der FreeBSD-Web-Site.

Zusammengefasst bildet unser Entwicklungsmodell einen losen Verbund konzentrischer Kreise. Das zentralisierte Modell ist auf die Bedürfnisse der Anwender zugeschnitten, mit der einfachen Möglichkeit eine zentrale Code-Basis zu verfolgen und möglichen neuen Beitragenden nicht das Leben zu erschweren! Unser Ziel ist es, ein stabiles Betriebssystem mit einer großen Zahl passender Programme zu bieten, die der Anwender leicht installieren und anwenden kann. Und dieses Modell funktioniert für diese Aufgabe ziemlich gut.

Das Einzige was wir von möglichen neuen Mitgliedern fordern, ist die gleiche Hingabe, mit der die jetzigen Mitglieder am dauerhaften Erfolg arbeiten!


1.3.4. Das aktuelle FreeBSD-Release

FreeBSD ist ein (mit vollem Quellcode und ein frei erhältliches) auf 4.4BSD-Lite-basierendes Release für Intel i386™, i486™, Pentium®, Pentium Pro, Celeron®, Pentium II, Pentium III, Pentium 4 (oder ein dazu kompatibler Prozessor), Xeon™, DEC Alpha und Sun UltraSPARC Systeme. Es stützt sich zum größten Teil auf Software der Computer Systems Research Group (CSRG) der Universität von Kalifornien in Berkeley mit einigen Verbesserungen aus NetBSD, OpenBSD, 386BSD und der Free Software Foundation.

Seit unserem FreeBSD 2.0 von Ende 1994 hat sich Leistung, Funktionsvielfalt und Stabilität dramatisch verbessert. Die größte Änderung erfuhr das virtuelle Speichermanagement durch eine Kopplung von virtuellem Speicher und dem Buffer-Cache, das nicht nur die Leistung steigert, sondern auch den Hauptspeicherverbrauch reduziert und ein 5 MB-System zu einem nutzbaren Minimal-System verhilft. Weitere Verbesserungen sind volle NIS-Client- und Server-Unterstützung, T/TCP, Dial-On-Demand-PPP, integriertes DHCP, ein verbessertes SCSI-Subsystem, ISDN-Support, Unterstützung für ATM-, FDDI-, Fast- und Gigabit-Ethernet-Karten (1000 Mbit), verbesserter Support der neusten Adaptec-Controller und tausende Fehlerkorrekturen.

Zusätzlich zur Standard-Distribution bietet FreeBSD eine Sammlung von portierter Software mit tausenden begehrten Programmen. Zum Verfassungszeitpunkt waren über 19,000 Anwendungen in der Ports-Sammlung! Das Spektrum der Ports-Sammlung reicht von HTTP-Servern über Spiele, Programmiersprachen, Editoren und so ziemlich allem dazwischen. Die gesamte Ports-Sammlung benötigt 445 MB an Speicherplatz, wobei jeder Port anhand eines “Deltas” zu den Quellen angegeben wird. Das macht es für uns erheblich leichter, Ports zu aktualisieren und es verringert den Plattenbedarf im Vergleich zur älteren 1.0-Port-Sammlung. Um ein Port zu übersetzen, müssen Sie einfach ins Verzeichnis des Programms wechseln und ein make install absetzen. Den Rest erledigt das System. Die originalen Quellen jedes zu installierenden Port werden dynamisch von CD-ROM oder einem FTP-Server bezogen. Es reicht also für genügend Plattenplatz zu sorgen, um die gewünschten Ports zu erstellen. Allen, die Ports nicht selbst kompilieren wollen: Es gibt zu fast jedem Port ein vorkompiliertes Paket, das einfach mit dem Befehl (pkg_add) installiert wird. Pakete und Ports werden in Kapitel 4 beschrieben.

Eine Reihe von weiteren Dokumenten, die sich als hilfreich bei der Installation oder dem Arbeiten mit FreeBSD erweisen könnten, liegen auf neueren FreeBSD-Systemen im Verzeichnis /usr/share/doc. Die lokal installierten Anleitungen lassen sich mit jedem HTML-fähigen Browser unter folgenden Adressen betrachten:

Es besteht auch die Möglichkeit, sich die jeweils aktuellste Version der Referenzdokumente unter http://www.FreeBSD.org anzusehen.


Kapitel 2. FreeBSD installieren

Überarbeitet und teilweise neu geschrieben von Jim Mock. Der Gang durch sysinstall und alle Bildschirmabzüge von Randy Pratt. Übersetzt von Martin Heinen.

2.1. Übersicht

Anmerkung: Dieses Kapitel wird in der deutschen Version gerade überarbeitet. Im Zweifelsfall ist es daher ratsam, das Original in englischer Sprache zu lesen. Wenn Sie helfen wollen, dieses Kapitel zu übersetzen, senden Sie bitte eine E-Mail an die Mailingliste 'FreeBSD German Documentation Project' .

FreeBSD wird mit dem textorientierten Programm sysinstall installiert. Distributoren können ein anderes Installationsprogramm verwenden, voreingestellt ist jedoch sysinstall. Dieses Kapitel zeigt Ihnen, wie Sie mithilfe von sysinstall FreeBSD installieren.

Dieses Kapitel behandelt folgende Punkte:

  • Das Erzeugen von FreeBSD-Startdisketten.

  • Wie FreeBSD Platten anspricht und aufteilt.

  • Wie sysinstall ausgeführt wird.

  • Die Menüs von sysinstall und die erforderlichen Eingaben in den Menüs.

Bevor Sie dieses Kapitel lesen, sollten Sie

  • Die Hardware-Notes der FreeBSD-Release, die Sie installieren wollen, lesen und sicherstellen, dass Ihre Hardware unterstützt wird.

Anmerkung: Diese Installationsanleitung gilt für Rechner mit i386-Architektur (PC-kompatible Rechner). Abweichende Anweisungen für andere Plattformen (beispielsweise Alpha) werden wo notwendig gegeben. Obwohl diese Anleitung so aktuell wie möglich ist, kann das Installationsverfahren von dem hier gezeigten geringfügig abweichen. Legen Sie bitte daher diese Anleitung nicht wortwörtlich aus, sondern lassen Sie sich von diesem Kapitel durch den Installationsprozess leiten.


2.2. Hardware-Anforderungen

2.2.1. Minimalkonfiguration

Die zur Installation von FreeBSD erforderliche Minimalkonfiguration hängt von der zu installierenden FreeBSD-Version sowie von der Hardware-Architektur ab.

Informationen zur jeweiligen Minimalkonfiguration finden Sie in Installation Notes auf der Unterseite Release Information der FreeBSD-Internetseiten. Die folgenden Abschnitte fassen diese Informationen zusammen. Je nachdem, wie Sie FreeBSD installieren, benötigen Sie eventuell auch ein Diskettenlaufwerk, ein unterstütztes CD-ROM-Laufwerk, oder auch eine Netzwerkkarte. Abschnitt 2.3.7 des Handbuchs enthält weitere Informationen zu den verschiedenen Installationsarten.


2.2.1.1. Die i386- und pc98-Architektur

Sowohl FreeBSD/i386 als auch FreeBSD/pc98 benötigen jeweils mindestens einen 486-Prozessor sowie mindestens 24 MB RAM. Außerdem benötigen Sie für eine Minimalinstallation mindestens 150 MB freien Platz auf Ihrer Festplatte.

Anmerkung: In den meisten derartigen Konfigurationen ist es besser, für mehr RAM und mehr Plattenplatz zu sorgen, statt einen schnelleren Prozessor einzubauen.


2.2.1.2. Die Alpha-Architektur

Um FreeBSD/alpha zu installieren, benötigen Sie eine unterstützte Plattorm (lesen Sie dazu auch Abschnitt 2.2.2 des Handbuchs) sowie eine seperate Festplatte für die FreeBSD-Installation. Es ist nicht derzeit möglich, die Platte mit einem weiteren Betriebssystem zu teilen. Diese seperate Platte muss an einen SCSI-Controller angeschlossen sein, der von der SRM-Firmware unterstützt wird. Alternativ können Sie auch eine IDE-Platte verwenden, wenn Ihr SRM das Starten von IDE-Platten unterstützt.

Für die FreeBSD-Installation benötigen Sie die SRM-Konsolen-Firmware für Ihre Plattform. Manchmal ist es möglich, zwischen der AlphaBIOS-Firmware (auch ARC genannt) und SRM zu wechseln. Ist dies bei Ihnen nicht möglich, müssen Sie sich die neue Firmware von der Internetseite Ihres Herstellers herunterladen.


2.2.1.3. Die amd64-Architektur

FreeBSD/amd64 benötigt für den Betrieb mindestens einen AMD Athlon 64-, AMD Athlon 64-FX-, oder einen AMD Opteron-Prozessor.

Wenn Sie einen auf dem Chipsatz nVidia nForce3 Pro-150 basierenden Rechner haben, müssen Sie im BIOS das IO-APIC deaktivieren. Erlaubt ihr BIOS dies nicht, müssen Sie stattdessen ACPI deaktivieren. Der Grund dafür sind Fehler im Pro-150-Chipsatz, die bis jetzt nicht behoben werden konnten.


2.2.1.4. Die Sparc64®-Architektur

Um FreeBSD/Sparc64® zu installieren, benötigen Sie eine unterstützte Plattform (lesen Sie dazu auch Abschnitt 2.2.2 des Handbuchs).

Sie benötigen außerdem eine seperate Festplatte, wenn Sie FreeBSD/Sparc64 installieren wollen, da es derzeit leider noch nicht möglich ist, die Platte mit einem weiteren Betriebssystem zu teilen.


2.2.2. Unterstützte Hardware

Die Hardware-Notes, die mit jedem FreeBSD-Release ausgeliefert werden, enthalten eine Liste lauffähiger Hardware. Die Hardware-Notes befinden sich üblicherweise in der Datei HARDWARE.TXT im Wurzelverzeichnis der Distribution (CD-ROM oder FTP). Sie können die Hardware-Notes außerdem im Dokumentationsmenü von sysinstall oder auf der Webseite Release Information lesen.


2.3. Vor der Installation

2.3.1. Erstellen Sie eine Geräteliste

Bevor Sie FreeBSD installieren, erfassen Sie die Komponenten Ihres Rechners. Die FreeBSD-Installation wird die Komponenten (Festplatten, Netzwerkkarten, CD-ROM-Laufwerke) zusammen mit der Modellbezeichnung und des Herstellers anzeigen. FreeBSD wird auch versuchen, die richtige Konfiguration der Geräte zu ermitteln. Dazu gehören die benutzten Interrupts (IRQ) und IO-Ports. Wegen der Unwägbarkeiten von PC-Hardware kann die Konfiguration der Geräte allerdings fehlschlagen. In diesem Fall müssen Sie die von FreeBSD ermittelte Konfiguration korrigieren.

Wenn Sie schon ein anderes Betriebssystem, wie Windows oder Linux installiert haben, können Sie die Hardware-Konfiguration mit den Mitteln dieses Betriebssystems bestimmen. Wenn Sie nicht sicher sind, welche Einstellungen eine Erweiterungskarte besitzt, sehen Sie auf der Karte selbst nach. Manchmal sind die Einstellungen dort aufgedruckt. Gebräuchliche IRQs sind 3, 5 und 7. Die Adressen von IO-Ports werden normalerweise hexadezimal, zum Beispiel 0x330, angegeben.

Halten Sie die Gerätekonfiguration vor der Installation in einer Tabelle wie der nachstehenden fest:

Tabelle 2-1. Gerätekonfiguration

Gerät IRQ IO-Ports Anmerkung
erste Festplatte - - 40 GB, Seagate, erster IDE-Master
CD-ROM - - erster IDE-Slave
zweite Festplatte - - 20 GB, IBM, zweiter IDE-Master
erster IDE-Controller 14 0x1f0  
Netzwerkkarte - - Intel® 10/100
Modem - - 3Com® 56K Faxmodem, an COM1
...      

Nachdem Sie wissen, über welche Hardware Ihr Rechner verfügt, müssen Sie diese Informationen mit den Hardwareanforderungen der zu installierenden FreeBSD-Version abgleichen.


2.3.2. Sichern Sie Ihre Daten

Wenn der Rechner, auf dem Sie FreeBSD installieren wollen, wichtige Daten enthält, sichern Sie bitte diese Daten. Prüfen Sie auch, dass Sie die Daten aus der Sicherung wiederherstellen können, bevor Sie FreeBSD installieren. Die FreeBSD-Installation fragt zwar nach, bevor Sie Daten auf Ihre Festplatte schreibt, Ihre Daten sind allerdings unwiderruflich verloren, wenn der Installationsvorgang einmal angelaufen ist.


2.3.3. Den Installationsort von FreeBSD festlegen

Wenn Sie die gesamte Festplatte für FreeBSD verwenden wollen, müssen Sie sich an dieser Stelle keine weiteren Gedanken machen - lesen Sie bitte im nächsten Abschnitt weiter.

Wenn Sie allerdings FreeBSD neben anderen Betriebssystemen betreiben wollen, müssen Sie wissen, wie Daten auf einer Festplatte abgelegt werden und welche Auswirkungen dies hat.


2.3.3.1. Platteneinteilung von i386™-Systemen

Eine PC-Festplatte wird in einzelne Bereiche unterteilt, die Partitionen heißen. FreeBSD verwendet intern ebenfalls Partitionen. Um Verwechslungen und Unklarheiten zu vermeiden, werden diese Plattenbereiche unter FreeBSD als Slices bezeichnet. So verwendet beispielsweise das Werkzeug fdisk den Begriff Slices, um sich auf PC-Partitionen zu beziehen. Auf einer PC-Festplatte können maximal vier Partitionen, die primäre Partitionen genannt werden, angelegt werden. Eine erweiterte Partition hebt diese Beschränkung auf. Eine Festplatte kann nur eine erweiterte Partition enthalten, die wiederum weitere so genannte logische Partitionen enthalten kann.

Jede Partition besitzt eine Partitions-ID - eine Zahl, die den Typ der Partition festlegt. FreeBSD-Partitionen tragen die Partitions-ID 165.

Üblicherweise kennzeichnen Betriebssysteme Partitionen in einer besonderen Art und Weise. Beispielsweise werden jeder primären und logischen Partition unter DOS und dem verwandten Windows Laufwerksbuchstaben beginnend mit C: zugewiesen.

FreeBSD muss auf einer primären Partition installiert werden. In dieser Partition hält FreeBSD alle Daten einschließlich der Dateien, die Sie anlegen. Verfügt das System über mehrere Festplatten, können Sie auf allen oder einigen Platten eine FreeBSD-Partition einrichten. Zur Installation von FreeBSD benötigen Sie eine freie Partition: Dies kann eine extra für die Installation eingerichtete Partition sein oder eine existierende Partition, die nicht mehr benötigte Daten enthält.

Wenn auf allen Platten bereits sämtliche Partitionen benutzt werden, müssen Sie eine der Partitionen für FreeBSD frei machen. Benutzen Sie dazu die Werkzeuge des eingesetzten Betriebssystems (fdisk unter DOS oder Windows).

Verfügt das System über eine freie Partition, benutzen Sie diese Partition. Es kann allerdings sein, dass Sie eine oder mehrere der vorhandenen Partitionen vorher verkleinern müssen.

Eine minimale FreeBSD-Installation benötigt nur 100 MB Plattenplatz. Diese Installation ist allerdings sehr begrenzt und lässt wenig Platz für Ihre eigenen Dateien. Realistischer sind 250 MB für FreeBSD ohne graphische Benutzeroberfläche und 350 MB für FreeBSD mit einer graphischen Benutzeroberfläche. Sie benötigen weiteren Platz für die Installation zusätzlicher Software.

Um die Partitionen zu verkleinern, können Sie beispielsweise das kommerzielle PartitionMagic® oder das freie GParted benutzen. Alternativ enthält das Verzeichnis tools der CD-ROM für diesen Zweck bereits die freien Werkzeuge FIPS und PResizer. Die Dokumentation zu beiden Werkzeugen befindet sich ebenfalls in diesem Verzeichnis. FIPS und PResizer können nur die Größen von FAT16- und FAT32-Partitionen verändern, während GParted und PartitionMagic auch NTFS-Partitionen verändern können. GParted ist auf vielen Linux-Live-CDs, beispielsweise der SystemRescueCD, verfügbar.

Bei der Veränderung von Microsoft Vista-Partionen kommt es manchmal zu Problemen. In einem solchen Fall ist es von Vorteil, wenn Sie eine Vista-Installations-CD zur Verfügung haben. Wie bei jeder Änderung an Ihrer Festplatte sollten Sie auch hier zuerst ein aktuelles Backup anlegen.

Warnung: Der falsche Gebrauch dieser Werkzeuge kann Daten auf der Festplatte löschen. Vor dem Einsatz dieser Werkzeuge stellen Sie bitte sicher, dass Sie frische, funktionierende Datensicherungen besitzen.

Beispiel 2-1. Eine bestehende Partition verwenden

Nehmen wir an, Sie haben einen Rechner mit einer 4 GB Festplatte auf der schon eine Version von Windows installiert ist. Weiterhin haben Sie die Platte in zwei Laufwerke C: und D: unterteilt, die jeweils 2 GB groß sind. Auf C: wird 1 GB benutzt und 0,5 GB von Laufwerk D: werden benutzt.

Sie haben also eine Festplatte mit zwei Partitionen und könnten alle Daten von Laufwerk D: auf das Laufwerk C: kopieren. Damit wäre die zweite Partition für FreeBSD frei.

Beispiel 2-2. Eine bestehende Partition verkleinern

Nehmen wir an, Sie haben einen Rechner mit einer 4 GB Festplatte auf der schon eine Version von Windows installiert ist. Während der Installation von Windows haben sie eine große Partition C: angelegt, die 4 GB groß ist. Von den 4 GB werden 1,5 GB benutzt und Sie wollen 2 GB für FreeBSD verwenden.

Sie haben zwei Möglichkeiten, FreeBSD zu installieren:

  1. Sichern Sie die Daten der Windows-Partition und installieren Sie Windows erneut auf einer 2 GB großen Partition.

  2. Verkleinern Sie die Windows-Partition mit einem der oben aufgeführten Werkzeuge.


2.3.3.2. Platteneinteilung von Alpha-Systemen

Auf einer Alpha müssen Sie FreeBSD auf einer eigenen Festplatte installieren. Zurzeit können Sie diese Festplatte nicht mit einem anderen Betriebssystem zusammen benutzen. Abhängig von der Alpha-Maschine, die Sie besitzen, können Sie eine SCSI- oder eine IDE-Festplatte verwenden; Voraussetzung ist, dass Sie das System von der gewählten Platte starten können.

Entsprechend den Konventionen der Handbücher von Digital/Compaq werden Eingaben im SRM in Großbuchstaben dargestellt. Der SRM beachtet Groß- und Kleinschreibung nicht.

Das SRM-Kommando SHOW DEVICE zeigt die Art und die Namen der Laufwerke des Systems an. Geben Sie das Kommando an der SRM-Eingabeaufforderung ein:

>>>SHOW DEVICE
dka0.0.0.4.0               DKA0           TOSHIBA CD-ROM XM-57  3476
dkc0.0.0.1009.0            DKC0                       RZ1BB-BS  0658
dkc100.1.0.1009.0          DKC100             SEAGATE ST34501W  0015
dva0.0.0.0.1               DVA0
ewa0.0.0.3.0               EWA0              00-00-F8-75-6D-01
pkc0.7.0.1009.0            PKC0                  SCSI Bus ID 7  5.27
pqa0.0.0.4.0               PQA0                       PCI EIDE
pqb0.0.1.4.0               PQB0                       PCI EIDE

Die Ausgabe stammt von einer Digital Personal Workstation 433au und zeigt drei an das System angeschlossene Laufwerke. Das erste Laufwerk ist ein CD-ROM mit dem Namen DKA0, die anderen beiden sind Festplatten mit den Namen DKC0 und DKC100.

Laufwerke mit Namen wie DKx sind SCSI-Laufwerke. Der Name DKA100 zeigt ein SCSI-Laufwerk mit der SCSI-ID 1 auf dem ersten SCSI-Bus (A) an. DKC300 zeigt ein SCSI-Laufwerk mit der SCSI-ID 3 auf dem dritten SCSI-Bus (C) an. SCSI Host-Bus-Adapter werden mit dem Namen PKx bezeichnet. Wie in der Ausgabe von SHOW DEVICE gezeigt, werden SCSI-CD-ROM-Laufwerke wie andere SCSI-Festplatten behandelt.

IDE-Laufwerke werden mit DQx bezeichnet, der dazugehörige IDE-Controller heißt PQx.


2.3.4. Netzwerkparameter ermitteln

Wird während der Installation ein Netzwerk benötigt (weil Sie über FTP oder von einem NFS-Server installieren wollen), müssen Sie die Konfiguration des Netzwerks kennen. Während der Installation werden Netzwerkparameter abgefragt, damit sich FreeBSD mit dem Netzwerk verbinden und die Installation abschließen kann.


2.3.4.1. Verbindung über Ethernet oder ein Kabel/DSL-Modem

Wenn Sie sich mit einem Ethernet verbinden oder eine Internet-Verbindung mit einem Ethernet-Adapter über Kabel oder DSL herstellen, benötigen Sie die nachstehenden Daten:

  1. IP-Adresse

  2. IP-Adresse des Default-Gateways

  3. Hostname

  4. IP-Adressen der DNS-Server

  5. Subnetzmaske

Wenn Sie die Daten nicht besitzen, fragen Sie bitte Ihren Systemadministrator oder Ihren Service-Provider. Können die Daten über DHCP bezogen werden, merken Sie sich diese Tatsache.


2.3.4.2. Verbindung über ein Modem

Auch wenn Sie sich mit einem normalen Modem bei einem ISP einwählen, können Sie FreeBSD aus dem Internet installieren. Die Installation über ein Modem dauert nur sehr lange.

Sie benötigen die nachstehenden Daten:

  1. Die Telefonnummer des ISPs.

  2. Die COM-Schnittstelle, an der das Modem angeschlossen ist.

  3. Den Benutzernamen und das Passwort für Ihr Konto.


2.3.5. Lesen Sie die FreeBSD-Errata

Auch wenn das FreeBSD-Project bemüht ist, ein Release so stabil wie möglich herzustellen, treten ab und an Fehler auf. In seltenen Fällen betrifft ein Fehler die Installations-Prozedur. Die Fehler und deren Behebungen werden in den FreeBSD-Errata festgehalten. Lesen Sie bitte die Errata bevor Sie FreeBSD installieren, damit Sie nicht in frisch entdeckte Probleme laufen.

Dokumentation zu jedem Release, inklusive der Errata zu jedem Release, finden Sie im Release-Abschnitt des FreeBSD Webauftritts..


2.3.6. Die Installationsdateien beschaffen

FreeBSD kann von Dateien aus irgendeiner der nachstehenden Quellen installiert werden:

Lokale Medien

  • von einer CD-ROM oder einer DVD

  • von einer DOS-Partition auf demselben Rechner

  • von einem SCSI- oder QIC-Bandlaufwerk

  • von Disketten

Netzwerk

  • von einem FTP-Server, wenn erforderlich auch durch eine Firewall oder durch einen HTTP-Proxy

  • von einem NFS-Server

  • über eine feste serielle oder eine feste parallele Verbindung

Wenn Sie eine FreeBSD-CD oder FreeBSD-DVD gekauft haben, besitzen Sie schon alles, was Sie zur Installation benötigen. Lesen Sie bitte im nächsten Abschnitt (Abschnitt 2.3.7) weiter.

Wenn Sie sich die FreeBSD-Installationsdateien noch nicht besorgt haben, lesen Sie bitte zuerst den Abschnitt 2.13. Dort werden die notwendigen Vorbereitungen für eine Installation von den eben genannten Medien beschrieben. Wenn Sie den Abschnitt durchgearbeitet haben, lesen Sie bitte in Abschnitt 2.3.7 weiter.


2.3.7. Das Startmedium vorbereiten

Um FreeBSD zu installieren, müssen Sie Ihren Rechner mit einem speziellen Startmedium hochfahren, das die Installationsroutine startet. Sie können das Installationsprogramm nicht unter einem anderen Betriebssystem ausführen. Ein Rechner startet normalerweise das auf der Festplatte installierte Betriebssystem, er kann aber auch von Disketten gestartet werden. Heutige Rechner können ebenfalls mit einer CD-ROM gestartet werden.

Tipp: Wenn Sie eine FreeBSD CD-ROM oder DVD besitzen (gekauft oder selbst erstellt) und Ihr Rechner von CD-ROM oder DVD starten kann (üblicherweise können Sie das mit der BIOS-Option Boot Order einstellen), können Sie diesen Abschnitt überspringen. Eine FreeBSD CD-ROM oder DVD lässt sich direkt starten; Sie können damit FreeBSD ohne weitere Vorbereitungen installieren.

Um Startdisketten zu erzeugen, benutzen Sie die nachstehende Anleitung:

  1. Abbilder der Startdisketten besorgen

    Die Abbilder Startdisketten befinden sich auf dem Installationsmedium im Verzeichnis floppies/; sie können auch aus dem Internet heruntergeladen werden: ftp://ftp.FreeBSD.org/pub/FreeBSD/releases/<arch>/<version>-RELEASE/floppies/. Ersetzen Sie <arch> und <version> durch die passende Architektur und die passende Version. Beispielsweise stehen die Startdisketten von FreeBSD 7.0-RELEASE für i386 unter ftp://ftp.FreeBSD.org/pub/FreeBSD/releases/i386/7.0-RELEASE/floppies/.

    Die Abbilder besitzen die Dateinamenerweiterung .flp. Im Verzeichnis floppies/ befinden sich verschiedene Abbilder; welches Sie benutzen, hängt vo